Von Hunger zu Hoffnung durch Training in regenerativer Landwirtschaft in nur 3 Monaten ⓒ MANUD

Armutsbekämpfung & Klimaschutz:
Kein Widerspruch, sondern eine

untrennbare Einheit

Derzeit erleben wir harte Kämpfe um Mittel: „Sollen Gelder nun für Klimaschutz oder für die Menschen ausgegeben werden?“, fragen dann manche – ein Brief von Bill Gates just vor der Klimakonferenz COP30 in Brasilien hat diese Debatte gerade befeuert. Doch die Frage führt in die Irre. Entwicklungshilfe und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – sie haben eine gemeinsame Agenda! Wenn das Verständnis für diesen Zusammenhang nicht wächst, riskiert die Weltgemeinschaft, die Verwundbarsten noch stärker zurückzulassen.

Ein aktueller Artikel zeigt auf, wie sich dieser Keil zwischen Entwicklungs- und Klimapolitik auftut (vgl. z. B. die Kritik an Bill Gates’ Ansatz). Lasst uns das mit wissenschaftlich belegten Zusammenhängen unterlegen – denn: Die Daten zeigen klar: Klimaerhitzung, Land- und Bodendegradation, Hungersnöte, Migration und Armut sind eng miteinander verflochten.

Wichtige Fakten und Zusammenhänge

  •  Laut einem aktuellen Bericht der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) leben etwa 1,7 Milliarden Menschen in Regionen, in denen die Erträge von Nutzpflanzen aufgrund menschgemachter Landdegradation bereits sinken. (siehe FAOHome)
  • Weltweit sind bis zu 40 % der Erd‐Landfläche (ca. >2 Milliarden Hektar) degradiert – das heißt: biologische oder wirtschaftliche Produktivität ist reduziert. (siehe The United Nations Office at Geneva und UNCCD)
  • Bodendegradation wirkt als „Threat Amplifier“: Sie verschärft Ressourcenkonflikte, Migration, Hunger und Armut. (siehe UN und World Vision)
  • Gemäß dem Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)) kann Klimaveränderung bis 2030 zusätzlich zwischen 32 und 132 Millionen Menschen in extreme Armut treiben. (siehe IPCC Kapitel „Poverty, Livelihoods and Sustainable Development“ und Prevention Web)
  • Auch der der UN-Bericht „Climate change threatens progress across sustainable development“ weist darauf hin, dass globale Hunger- und Entwicklungsfortschritte durch Klimarisiken untergraben werden. (Zum UN-Bericht)
 
Warum das relevant ist für Entwicklungspolitik und Klimaschutz
  • Wer nur auf „Entwicklungshilfe“ setzt, ohne Klimarisiken einzubeziehen, läuft Gefahr, Maßnahmen zu unterstützen, die durch sich verschlechternde Umwelt- und Klimabedingungen untergraben werden.
  • Wer nur auf „Klimaschutz“ fokussiert, ohne Armut und Ungleichheit zu adressieren, verpasst die Chance, soziale Resilienz aufzubauen – und riskiert, die sprechenden Bedürfnisse der Menschen vor Ort nicht einzubeziehen.
  • Statt Konkurrenz zwischen den Zielen entsteht ein Synergiepotenzial: Wenn wir z. B. degradierte Böden wiederherstellen, schaffen wir bessere landwirtschaftliche Erträge und mehr Kohlenstoffbindung. Wenn wir Menschen befähigen, klimaresilient zu wirtschaften, stärken wir sowohl das Einkommen als auch die Klimaanpassung.
Biocharproduktion in Nakivale Uganda ⓒ UNIDOS

Unsere Forderung bei Generation Restoration

  • Ganzheitliche Programme: Entwicklungs- und Klimafinanzierung müssen als integrierte Strategien gedacht werden – Armut und Klimarisiken gemeinsam angehen.
  • Lokal verankerte Lösungen: Maßnahmen wie Bodenregeneration, nachhaltige Landwirtschaft, Agroforstsysteme und Klimaschutz müssen direkt auf die vulnerabelsten Gemeinschaften zugeschnitten und mit ihnen gemeinsam entwickelt sein.
  • Partnerschaften statt Silos: Geber von Entwicklungs- und Klimafinanzierung (öffentliche wie private) müssen gemeinsam planen und Ressourcen bündeln – damit Effekte verstärkt werden.
  • Monitoring & Wirkungsmessung: Wir brauchen klare Indikatoren, die sowohl soziale (z. B. Einkommenssteigerung, Ernährungssicherheit) als auch ökologische (z. B. Bodenqualität, CO₂-Bindung) Dimensionen erfassen.
 

Leave no one behind

Wenn wir wirklich das Versprechen der Agenda 2030 einlösen wollen, niemanden zurückzulassen (SDG 1 & 2 & 13 gemeinsam), dann dürfen wir nicht länger Entwicklungshilfe und Klimaschutz als getrennte Welten denken. Sie gehören zusammen. Wer heute in Armut lebt, wird morgen durch die Klimakrise noch verwundbarer sein. Wer die Klimakrise ignoriert, untergräbt Entwicklungschancen für Milliarden Menschen.
Lasst uns deshalb Wege finden, wie wir gemeinsam handeln – generationenübergreifend, gerecht und wirkungsvoll.