Donut-Ökonomie: Ein Denkrahmen für gerechtes und regeneratives Wirtschaften
Derzeit erleben wir harte Kämpfe um Mittel: "Sollen Gelder nun für Klimaschutz oder für die Menschen ausgegeben werden?", fragen dann manche - ein Brief von Bill Gates just vor der Klimakonferenz COP30 in Brasilien hat diese Debatte gerade befeuert. Doch die Frage führt in die Irre. Entwicklungshilfe und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – sie haben eine gemeinsame Agenda! Wenn das Verständnis für diesen Zusammenhang nicht wächst, riskiert die Weltgemeinschaft, die Verwundbarsten noch stärker zurückzulassen.
Hast du dich jemals gefragt, wohin du gehen würdest, wenn dein Heimatland von Konflikten erschüttert würde? Zuflucht zu suchen ist mit einem Gefühl der Unsicherheit verbunden – es geht ums Überleben, um das Zurückstellen des eigenen Lebensentwurfs. Doch plötzlich wird klar: Konflikte sind kein fernes Problem mehr. Sie können überall geschehen. Das bedeutet: Wir alle könnten eines Tages Geflüchtete sein. Deshalb ist jetzt der Moment, in dem wir anfangen müssen, neue Perspektiven zu entwickeln – um Menschen, die heute in Camps leben, ihre Würde zurückzugeben, und um zu verhindern, dass die negativen Assoziationen von Flucht und Stillstand zu einer dauerhaften Realität werden. Was wäre, wenn wir Flüchtlingscamps in Orte der Hoffnung verwandeln?
Das Flüchtlingscamp Nakivale in Uganda steht vor einer wachsenden humanitären Krise. Über 100.000 Geflüchtete fliehen weiterhin vor der Gewalt im Osten Kongos – die bestehende Infrastruktur ist bereits jetzt völlig überlastet. Mangelhafte sanitäre Versorgung gefährdet tausende Menschen durch wasserbedingte Krankheiten, Umweltverschmutzung und eine dauerhafte Verschlechterung der Lebensbedingungen. Dringend notwendig sind jetzt nachhaltige, sichere und regenerative Sanitärlösungen – insbesondere, da die Bevölkerung weiter wächst und der Klimadruck zunimmt.
In unserem Beitrag mit dem Titel “Generation Restoration – The desire to rebuild”untersuchen wir, wie regenerative Ansätze Flüchtlingslager von Orten der Krise in Räume der Widerstandsfähigkeit und Erneuerung verwandeln können. Ausgehend von unseren Erfahrungen in Uganda und darüber hinaus skizzieren wir, wie von der Basis getragene Initiativen bereits Boden, Würde und Chancen regenerieren - selbst in Kontexten von Vertreibung und begrenzter Infrastruktur.
Wie Festivaltoiletten in fruchtbaren Boden verwandelt werden – und was das mit globaler Regeneration zu tun hat Am 9. Mai 2025 hatte unser Mitglied Regina Kallfelz Regina Kallfelz von Generation Restoration die Gelegenheit, die neu eröffnete Kompostierungsanlage von Goldeimer in Ollensen, Norddeutschland, zu besuchen. Was sie dort erlebte, war ein lebendiges Beispiel für regenerative Sanitärversorgung in Aktion.
In Norduganda verwandeln das Ghetto Research Lab und das Uganda Permaculture Consortium die unsichere Ernährungslage durch Agrarökologie und kommunale Führung in Widerstandsfähigkeit. Was passiert, wenn Regenerationspioniere, Gemeindeorganisatoren und Permakultur-Praktiker zusammenkommen, um gemeinsam eine Vision für die Zukunft zu entwerfen? In Gulu, Norduganda, wurde diese Frage in die Praxis umgesetzt – mit inspirierenden Ergebnissen, die als Modell für andere Regionen dienen können. Im Mittelpunkt dieser Initiative stand eine zentrale Frage: «Wie können wir ein Netzwerk aufbauen, das die regenerative Landwirtschaft stärkt, Ernährungssouveränität ermöglicht und systemische Veränderungen vorantreibt, die in der Gemeinschaft selbst verwurzelt sind?»
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein grundlegendes Menschenrecht. Doch in vielen Flüchtlingscampssind Wasserknappheit und unzureichende sanitäre Einrichtungen nach wie vor kritische Herausforderungen. Bei Generation Restorationsind wir davon überzeugt, dass kleine, achtsame Entscheidungen einen bedeutenden Wandel bewirken können – für die Menschen und den Planeten. Deshalb freuen wir uns, euch unser neues nachhaltige Wasserflaschen, die in Zusammenarbeit mit memo AG, Deutschlands führender Anbieter von nachhaltigen Büromaterialien entwickelt worden. Diese wiederverwendbaren Flaschen reduzieren nicht nur den Plastikmüll, sondern unterstützen auch direkt regenerative Projekte in Flüchtlingslagern auf der ganzen Welt. Ein herzliches Dankeschön geht an memo für die Unterstützung mit diesen Flaschen und den Beitrag zu unserer Mission für regenerative Lösungen.
Flüchtlinge zu Akteuren des Wandels machen – das ist das Ziel des Unidos Social Innovation Centre. In der Flüchtlingssiedlung Nakivale im Südwesten Ugandas möchte die von Flüchtlingen geführte Organisation junge Flüchtlinge mit unternehmerischen Fähigkeiten ausstatten. 44 % der jungen Flüchtlinge in Nakivale sind arbeitslos und unterversorgt Angesichts sinkender externer Unterstützung wird es immer wichtiger, Flüchtlinge zu stärken. Das Welternährungsprogramm (WFP) hat die Lebensmittelrationen für Flüchtlingssiedlungen im Südwesten Ugandas bis 2021 schrittweise auf 40 % reduziert (im Vergleich zu 2019). Laut Unidos verschärft die anhaltende Dürre die Folgen zusätzlich, da sie die Ernten der Flüchtlinge verringert. Deshalb haben die Gründer der Organisation beschlossen, ihre eigene Geschichte neu zu schreiben: Durch inklusive Bildung und die Vermittlung unternehmerischer Fähigkeiten wollen sie die Ernährungssicherheit in ihrer Flüchtlingssiedlung gewährleisten. Durch die Anwendung von Permakultur regenerieren diese entschlossenen Flüchtlinge nicht nur den Boden und die ökologische Umwelt, sondern auch ihr eigenes Leben und die Gemeinschaft.